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Das große “M&M” der Kirche

Zwei mächtige Wörter, die mit einem “M” beginnen, geistern in den letzten Wochen tagtäglich durch die Medien.
Missbrauch & Misshandlung.

Wörter, die von den meisten Menschen ohne groß nachzudenken zusammengefasst und in einen Hut geworfen werden. In der katholischen Kirche werden kleine Kinder von Priestern missbraucht und misshandelt. Genau. Mehr braucht man nicht zu wissen, nur schimpfen und Wiedergutmachungen fordern, das sollte man können – so die Meinung vieler Deutscher.

Doch diese Einstellung finde ich ziemlich schade, ist diesen Menschen nämlich nicht klar, dass es sich bei Missbrauch und Misshandlung um zwei verschiedene Paar Schuhe handelt.

Ersteinmal: Beides ist und bleibt ein schreckliches Verbrechen. Dennoch sollte beides nicht über einen Kamm geschert werden, denn wenn man von einem Missbrauchsfall spricht, so handelt es sich um eine Art sexueller Vergewaltigung, mit Misshandlungen sind jedoch körperliche Verletzungen wie z.B. Prügel gemeint.

Zur Zeit verbindet man die katholische Kirche leider mit perversen Priestern die regelmäßig Kinder schlagen. Doch an dieser Stelle nimmt das Infotainment meiner Meinung nach Überhand. Es sind unweigerlich viele Missbrauchsfälle vorgefallen und jeder einzelne war für sich sicherlich schrecklich. Die Opfer haben mindestens eine Entschuldigung verdient, das ist klar. Leider vergessen viele Leute aber an dieser Stelle, dass die meisten Missbrauchsfälle immernoch in der eigenen Familie auftreten, dass nahestehende Verwandte und Bekannte sich viel öfter an kleinen Kindern vergreifen als der Dorfpfarrer. Darauf will ich allerdings nicht weiter eingehen, zu diesem Thema wird jeder seine eigene Meinung haben und hat allein im Web genügend Möglichkeiten, sich mit ihm auseinanderzusetzen.

Was ich jedoch noch klarstellen möchte:

Misshandlungen sind keineswegs ein kirchliches Problem, noch viel viel weniger als selbst Missbräuche es sein würden. Die meisten Fälle, die momentan aufgedeckt werden, fanden nämlich zu einer Zeit statt, in der die Prügelstrafe im Leben aller Kinder selbstverständlich war. In den 50er und 60er Jahren war dir als Kind im Normalfall bewusst, dass Ungehorsam und Aufmüpfigkeit leicht mit einer Schelle oder einem Schlag mit dem Rohrstock auf den Hintern bestraft werden konnte. Fast jeder Lehrer machte von diesen Methoden gebrauch, viele sogar gern und regelmäßig. Einen Kommentar dazu kann ich mir wohl sparen, jedoch sollte klar geworden sein, für wie außergewöhnlich und verheerend solche Berichte aus dieser Zeit zu werten sind.

Wer sich weiter für das Thema interessiert, dem wird wie immer Wikipedia weiterhelfen können: http://de.wikipedia.org/wiki/Körperstrafe