“Trübsal blasen” angebracht?

Im Moment beschäftigt mich ein Thema so sehr, wie seit Monaten nicht mehr: Mein Auslandsjahr.

Am vorraussichtlich 20. August 2010 geht für mich der Flug Richtung Texas, wo ich dann 10 Monate meines Lebens verbringen werde – Monate voller Heimweh, Fremde und Austesten der Grenzen … leer von Freunden, bekanntem, Vertrauten. Allerdings mindestens, und das ist der Punkt, genauso voll mit neuen Erfahrungen, Eindrücken, Herausforderungen an denen man wachsen kann, Abenteuer, neuer Freundschaften und Veränderung.

Das die letzten die wichtigsten und ausschlaggebendsten sind (anders würde wohl niemand 10.000 Euro und mehr in so ein Jahr investieren!), wegen denen sich dieser große Schritt lohnt. Daran muss ich mich in den letzten Tagen immer wieder selbst erinnern, denn dieses Jahr kommt eigentlich genau im Falschen Augenblick… oder nicht?

Gerade wenn’s in der Beziehung am Besten läuft und die Wochenenden aufregender und schöne werden könnten, verzieh ich mich mal eben auf nen andern Kontinent. Ziemlich doof?

Schon, aber: So ein Jahr ist etwas einzigartiges. 10 Monate “Urlaub” (ich weiß, dass es das auf keinen Fall ist, möchte jedoch verdeutlichen, dass ich kein Au Pair bin und weder bei “Work ‘n’ Travel” noch bei einer Firma bei einem Praktikum arbeiten muss). Ich gehe dahin, um Spaß zu haben und über mich selbst hinauszuwachsen (Witze über meine Größe spart ihr euch an dieser Stelle bitte einfach ;) ). Und wann im Leben hat man wohl nochmal die Chance?

Und meine Freunde und mein Freund warten. Diese Gewissheit habe ich so langsam aber sicher und keiner wird sie mir so schnell wegnehmen. 10 Monate sind schneller vorbei als man denkt, besonders wenn man jeden Tag was neues erlebt – oder sich aufs Abitur vorbereiten muss. Und was nach diesen 10 Monaten kommt? Der Rest meines Lebens.

Was sind schon die paar Wochenenden, die ich nicht auf diverse Weinfeste oder Feten kann im Vergleich zu der Erfahrung eines High-School-Aufenthaltes, wenn ich doch, sobald ich zurück bin, so oft weggehen kann, wie ich will?

Es hat bei mir lange gedauert, bis ich diese Gedanken verinnerlicht habe, aber ich denke, es hat geklappt.

Gerade freue ich mich auf 3 Dinge: Auf die 11-12 Wochen hier in Deutschland, die ich versuche, so weit wie möglich zu genießen, auf 10 Monate Amerika, in denen ich hoffentlich meinen ganz eigenen “American way of live” gehen kann – und natürlich auch auf die Zeit, wenn ich meinen Freund wieder in die Arme schließen und daheim sein darf, wenn ich meine alten Freunde wiederhabe und hoffentlich das tue, was ich mir zur Zeit wünsche. :)

Warum Zeitmanagement überbewertet wird!

Egal ob im G8 oder im G9, ob man überhaupt noch zur Schule geht, studiert oder bereits in einer Ausbildung (vielleicht sogar schon im Berufsleben?!) steckt – Zeit ist etwas, was ab der Grundschule immer kostbarer und seltener wird.

Wusste man sie vor ein paar Jahren noch durch nichts sinnvolleres als Nintendo, Lego und Barbie zu nutzen, so wäre man heutzutage froh, wenn man ein wenig mehr von ihr hätte.

Deshalb wäre es von Jahr zu Jahr theoretisch immer wichtiger, sich seine Zeit sinnvoll einzuteilen – eben richtiges Zeitmanagement zu betreiben. Wer gut durchgeplant in den Tag startet, weiß seine Zeit besser auszunutzen. Wie das geht?

Man überlegt sich, wie viel Zeit einem zur Verfügung stehen wird, was man alles erledigen möchte und wie lang das gewohl jeweils dauern wird – und schon sollte man dazu in der Lage sein, einen Plan zu erstellen. Zumindest in der Theorie.

In der Praxis sieht das nämlich meist ganz schnell ganz anders aus. Nur ein kleines Beispiel, wie es sich überall in Deutschland abspielen könnte:

Freitag Abend. 19:45 Uhr. Was soll man nach Tanzkurs unternehmen?

Im Vorfeld war Pizza-Essen angedacht gewesen – soweit so gut. Geplant war, vom Kolosseum aus zu bestellen, zur Pizzeria zu fahren bzw. zu laufen (dummerweise war nur ein Auto vorhanden), die Pizza um 20:15 Uhr zu essen und irgendwann vor 21 Uhr daheim zu sein, um die Eltern gnädig zu stimmen und somit am nächsten Abend dann auf einen Geburtstag zu dürfen. Ich wiederhole: Ein ganz herrlicher Plan!

Wenn es da nicht den einen oder anderen unvorhergesehenen Haken gegeben hätte…

Es stellte sich nämlich heraus, das ein paar aus der Gruppe nun doch keine Pizza wollten, weil es die 4. innerhalb von 3 Tagen gewesen wäre und deshalb “Mc Donalds” in den Raum geworfen wurde. Leider stellten sich bei diesem Vorschlag alle anderen quer und eine heiße Diskussion um den Ort des Essens entbrandte. Eine halbe Stunde lang.

Nach schier endlosem hin und her verständigten sich die beiden Parteien schließlich darauf, vom Auto gebrauch zu machen und was beim Mc zu holen, während die anderen zur Pizzeria am Bahnhof laufen sollten. Am Kolosseum wurde noch kurz bestellt und halbwegs zufrieden trafen sich alle eine viertel Stunde später vor dem Bahnhof wieder – die einen mit Burgern und Pommes beladen, die anderen voller Vorfreude auf die mehr oder weniger italienische Kost.

Tjaha. Wenn es denn so einfach gewesen wäre.

Denn dummerweise hatte der liebe Pizzabäcker statt “halb 9″ irgendwie nur “9 Uhr” verstanden, und somit musste eine weitere halbe Stunde irgendwie totgeschlagen werden. Um 21 Uhr waren die Pizzen dann fast schon überraschenderweise fertig und wurden zusammen mit mittlerweile eiskalten Burgern verdrückt.

Und was lernen wir aus dieser Geschichte? Zeitmanagement ist und bleibt eine vage Sache, die zumindest in manchen Gruppen wenig erfolgversprechend ist, denn diese Erkenntnis hat uns dieser Abend gebracht. Wenigstens etwas, auch wenn sie den Ärger mit den Eltern und das Anschließende Verbot der Feier am nächsten Tag nicht ganz wieder aufwiegen konnte… Herrlich!

Das große “M&M” der Kirche

Zwei mächtige Wörter, die mit einem “M” beginnen, geistern in den letzten Wochen tagtäglich durch die Medien.
Missbrauch & Misshandlung.

Wörter, die von den meisten Menschen ohne groß nachzudenken zusammengefasst und in einen Hut geworfen werden. In der katholischen Kirche werden kleine Kinder von Priestern missbraucht und misshandelt. Genau. Mehr braucht man nicht zu wissen, nur schimpfen und Wiedergutmachungen fordern, das sollte man können – so die Meinung vieler Deutscher.

Doch diese Einstellung finde ich ziemlich schade, ist diesen Menschen nämlich nicht klar, dass es sich bei Missbrauch und Misshandlung um zwei verschiedene Paar Schuhe handelt.

Ersteinmal: Beides ist und bleibt ein schreckliches Verbrechen. Dennoch sollte beides nicht über einen Kamm geschert werden, denn wenn man von einem Missbrauchsfall spricht, so handelt es sich um eine Art sexueller Vergewaltigung, mit Misshandlungen sind jedoch körperliche Verletzungen wie z.B. Prügel gemeint.

Zur Zeit verbindet man die katholische Kirche leider mit perversen Priestern die regelmäßig Kinder schlagen. Doch an dieser Stelle nimmt das Infotainment meiner Meinung nach Überhand. Es sind unweigerlich viele Missbrauchsfälle vorgefallen und jeder einzelne war für sich sicherlich schrecklich. Die Opfer haben mindestens eine Entschuldigung verdient, das ist klar. Leider vergessen viele Leute aber an dieser Stelle, dass die meisten Missbrauchsfälle immernoch in der eigenen Familie auftreten, dass nahestehende Verwandte und Bekannte sich viel öfter an kleinen Kindern vergreifen als der Dorfpfarrer. Darauf will ich allerdings nicht weiter eingehen, zu diesem Thema wird jeder seine eigene Meinung haben und hat allein im Web genügend Möglichkeiten, sich mit ihm auseinanderzusetzen.

Was ich jedoch noch klarstellen möchte:

Misshandlungen sind keineswegs ein kirchliches Problem, noch viel viel weniger als selbst Missbräuche es sein würden. Die meisten Fälle, die momentan aufgedeckt werden, fanden nämlich zu einer Zeit statt, in der die Prügelstrafe im Leben aller Kinder selbstverständlich war. In den 50er und 60er Jahren war dir als Kind im Normalfall bewusst, dass Ungehorsam und Aufmüpfigkeit leicht mit einer Schelle oder einem Schlag mit dem Rohrstock auf den Hintern bestraft werden konnte. Fast jeder Lehrer machte von diesen Methoden gebrauch, viele sogar gern und regelmäßig. Einen Kommentar dazu kann ich mir wohl sparen, jedoch sollte klar geworden sein, für wie außergewöhnlich und verheerend solche Berichte aus dieser Zeit zu werten sind.

Wer sich weiter für das Thema interessiert, dem wird wie immer Wikipedia weiterhelfen können: http://de.wikipedia.org/wiki/Körperstrafe

Die Sache mit der Motivation…

Alles andere als einfach.

Diese 4 Worte kann man meiner Meinung nach auf fast alle Situationen des Alltags beziehen und ich wette, dass sich jeder von euch schon mindestens 1x darüber geärgert hat, wie komplixiert das Leben doch manchmal ist…

Genau das gleiche habe ich mir letztens erst gedacht, als mir Mitten in den Ferien plötzlich klar geworden ist, wie unmotiviert ich zur Zeit bin. Das hat gar keinen besonderen Grund und ich könnte es auch nicht erklären, aber mir ist aufgefallen, dass es immer schwerer für mich wurde, mich zu irgendetwas aufzuraffen, und sei es nur mal, bei irgendjemandem anzurufen.

Immer fand ich irgendwelche Gründe, die mich daran hinderten, meine Überlegungen in die Tat umzusetzen und nicht oft waren es belanglose Nichtigkeiten. Vielleicht kennt ihr das Gefühl ja auch – wenn man auf nichts wirklich Lust hat und dann gleich zu Tode betrübt ist, falls etwas, für das man sich eventuell doch mal erwärmen konnte, nicht klappt… Ich denke, das ist lästig, aber relativ normal.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass erst das Gespräch mit einem sehr, sehr wichtigen Menschen das ändern konnte. Zumindest bin ich sehr zuversichtlich, dass eine gewisse Änderung eintreten wird, denn mir wurde wieder vor Augen geführt, dass man manchmal vielleicht nur einen Anschubser braucht, um wieder in Fahrt zu kommen, um sich über Kleinigkeiten zu freuen und zu erkennen, dass ein glückliches Leben aus vielen kleinen glücklichen Momenten besteht, für deren Zustandekommen man zu großen Teilen selbst verantwortlich ist!

Einen solchen Anstoß hab ich übrigens auch gebraucht, um es darum ging, den lange gehegten Plan eines Blogs auch wirklich in die Tat umzusetzen, und ich bin gespannt, ob es sich irgendwann gelohnt haben wird! :)