Ein geiles Wochenende: “House of Torment” und “Walburg”

Hallo!

Eigentlich wollte ich den nächsten Artikel dem amerikanischen Schulsystem widmen, aber irgendwie kommt der nicht so richtig ins Laufen, weshalb ich lieber von einem meiner letzten Wochenenden berichte!

Am Freitag Abend sind meine Gastfamilie, zwei andere befreundete Familien, Jessica und ich nach Walburg gefahren, um da in einem original deutschem Restaurant zu essen! Dazu muss gesagt werden: Ihr habt keine Ahnung, wie sehr man sich schon nach 2 Monaten auf richtiges Deutsches essen freuen kann!!! Ich hätte nie gedacht, dass ich den Geschmack von Spätzle, Bratwurs toder Schnitzel jemals so zu schätzen wüsste!

Um halb 7 sind wir losgefahren und nach gut ner halben Stunde fahrt angekommen – in the Middle of Nowhere :D Und das war’s auch wirklich, lange Straßen, entlang derer einfach mal garnix ist :p

Aber das Restaurant war dafür ganz schön und hat mal wieder gezeigt, was Amerikaner von Deutschland denken: Bier. Und vielleicht noch Bayern. Aber größtenteils wirklich Bier. So viele Bierkrüge etc. hab ich noch nicht mal in Deutschland auf einem Haufen versammelt gesehn :D Ansonsten ist wie gesagt Bayern sehr sehr präsent da, es hingen fast mehr bayrische Flaggen an den Wänden als deutsche!

Glücklicherweise gab es da nicht Essen à la carte, sondern ein Buffet, wo man sich nehmen konnte was man wollte. Und was für eins! Wie ich schon geschrieben hab: Esst ihr mal mehr als 2 Monate nur amerikanisches und seht danach ein solches Buffet – ihr werdet es lieben, wie Jessica und ich es geliebt haben! :D Als wir uns angestellt haben, haben wir uns kurz mit einer Frau unterhalten, die da ein einer kleinen Band mitgespielt (sollte deutsche Musik sein, was ich allerdings dummerweise nicht als solches erkannt hab ;) ) und uns erzählt hat, dass sie aus Norddeutschland kommt und erst seit 10 Jahren in Texas wohnt. War ganz nett, sich mal wieder mit jemand anderem als Jessica, Steffen und Mark auf Deutsch zu unterhalten.. :D Jedenfalls hat sie uns erzählt, dass alle Speisen hier nach original deutschen Rezepten zubereitet sind und deshalb auch ein Fake sind – Gott sei dank!

Und sie hatte recht! So ziemlich alles hat so gut geschmeckt wie in Deutschland (bis auf vielleicht die Sauce vom Braten, aber die unterscheidet sich denk ich ganz einfach auch innerhalb Deutschlands). Ich hab so viel gegessen wie sehr sehr lange nicht mehr und es einfach nur genossen! Außerdem war ich richtig froh, dass die Jessi mit dabei war, mit ihr wurds gerade nach dem Essen total lustig, was ein paar Amerikaner dazu gebracht hat, uns zu fragen, ob wir betrunken sind – was bei einem Trinkalter von 21 natürlich (leider) nicht der Fall war.

Das eigentliche High-Light kam aber danach!

Nach dem Essen sind wir alle zusammen in den Biergarten – und der war einfach genial! Total schöne Stimmung – was nicht zuletzt daran lag, dass bestimmt die Hälfte der Amis dort betrunken war. ;)

Nachdem wir uns noch n bisschen unterhalten hatten zerren Jessi und mich plötzlich meine Gasteltern mit zur Tanzfläche, wo ein paar Leute gerade eine Polonäse begonnen haben.  Soweit ja nichts besonderes. Und auch der “Chicken-Dance”, der danach gefolgt ist, war zwar sehr lustig, aber nichts besonderes. Aber das, was danach kam!

Wir sollen uns doch bitte alle im Kreis aufstellen und das nachmachen, was der eine in der Mitte vormacht, war die nächste Ansage von der Band. Und ihr glaubt nicht, wie ich ausgeflippt bin, als sie anschließend das “Fliegerlied” angespielt haben!!! Natürlich hab ich Jessi gleich mit in die Mitte gezogen und zusammen haben wir dann mit “Vortänzer” gemacht… Das war wirklich ein Erlebnis: Das Fliegerlied, halb auf Englisch, halb auf Deutsch, inmitten (betrunkener), lustiger Texaner… :]

Nachdem auch dieses Lied zu Ende war, hatte die Band natürlich erkannt, dass wir wohl aus Deutschland kommen und haben extra für uns “99 Luftballons” gespielt – ich hätte wirklich nicht gedacht, dass ich jemals zu diesem Lied so abgehen würde! ;)

Doch auch das was danach dann kam, war irgendwie amüsant: “Ein Prosit”, bei dem allerdings größtenteils nur Jessi mitgesungen haben, die ja, wie gesagt, theoretisch noch garnicht wissen dürften, was das überhaupt ist :D Und nach dem Prosit ein schönes “Zicke-Zacke” – ebenfalls nur die Band und wir beide eben :D

Rückblickend und alles in allem wohl der schönste Abend bisher in Texas!

Aber auch der nächste Abend, also der Samstag, war nicht unbedingt schlecht. ;)
Damit ihr wisst, wovon ich rede, schaut euch bitte einfach mal die folgende Homepage an: http://thehouseoftorment.com/

“The House of Torment”, das stand also am Samstag Abend dann an. :)

Wir sind um ca. halb 8 angekommen und selbst die Warteschlange vor dem Gebäude wäre definitiv einen Besuch wert! Auf dem Gelände waren neben geschätzten 500 Leuten auch noch ein Dutzend Monster. Aber nicht irgendwelche Möchte-Gern-Schauspieler in schlechten Kostümen; Schauspieler, die sich das ganze Jahr auf diese Wochen vorbereiten in sehr, sehr gut gemachten Kostümen. Macht zusammen: Figuren, die direkt aus den Horrorfilmen kommen könnten. Richtig erkannt hab ich leider nur Leather-Face, der aber seine sehr echt aussehende (und sich anhörende!!) Kettensäge dabei hatte!

Das lustigste daran war eigentlich, die Menschen zu beobachten: Wie sie, als sie ein Monster hinter sich bemerken, ihren Schritt ein wenig beschleunigen und dann irgendwann in rennen übergehen, das Monster dicht auf der Ferse :D Damit einem sowas nicht passiert, muss man theoretisch nur so tun, als ob einen die Monster (ihr habt gemerkt, ich nenne sie der Einfachheit halber alle “Monster” obwohl es eigentlich zu 95% Menschen aus irgendwelchen Horrorfilmen eben warn) garnichts ausmachen – was allerdings garnicht so einfach ist, wenn sie einem mit der Zunge direkt vorm Gesicht rumfuchteln und einen dann auch noch (ebenfalls ins Gesicht) rülpsen ;)

Nach gut ner halben Stunde bis Stunde anstehen ging es dann in das erste der zwei Häuser; und ehrlich gesagt war ich etwas enttäuscht. Dadurch, dass 30 Leute auf einmal hereingelassen wurden hat man immer schon durch die Schreie der anderen gewusst, wann was erschreckendes kommt und wann nicht. Trotzdem waren die Räume, durch die man ging, sehr gut gemacht und auch die Monster haben theoretisch sehr überzeugend gespielt (einige sind direkt zu dir hin und haben dir dann Dinge ins Ohr geflüstert wie z.B. “I know what you did… I saw it…….” sowas halt ;) )

Nach dem ersten Haus mussten wir dann nochmal kurz warten und ab ging’s ins zweite. Das war wesentlich besser, wie ich fand. In Kleingruppen gings diesmal nämlich ab ins Vergnügen und weil ich in der anderen Gruppe vorletzte war, wollte ich jetzt mit an die Spitze. Direkt hinter Steffen bin ich also reingegangen – und es hat sich gelohnt!

Dieses Mal gab es wirklich ein paar Momente, wo ich eigentlich garnicht weiterlaufen wollte, weil ich einfach ganz genau wusste, dass jeden Augenblick eine Gestalt irgendwo herausgesprungen kommt und mich erschreckt… dahinter steckt unter anderem ein Haufen Technik wie z.B. Nachtsichtkameras (nennt man das so? :D ), wodurch die Mitarbeiter genau wissen, wo die Besucher sind und was sie machen und die Effekte genau im richtigen Moment einschalten können.

Nach ein paar Räumen und ein paar weiteren gruselig bis seltsamen Gestalten war der ganze Spaß dann auch schon vorbei, für insgesamt 25-30 Minuten in den Spukhäusern haben wir 25$ bezahlt. Ob sich die Investition lohnt, muss jeder für sich entscheiden; ich hab’s jedenfalls nicht bereut, die Erfahrung war’s mir wert!

Da Mittlerweile schon Mitte November ist und dieses Wochenende Mitte bis Ende Oktober war, gibt es natürlich noch mehr zu berichten… ich hoffe, dass ich mit den Blogartikeln wieder einigermaßen hinterherkomme – und wünsch euch allen nen schönen Tag im kalten Deutschland! :)

5 Antworten zu Ein geiles Wochenende: “House of Torment” und “Walburg”

  1. gutes deutsches essen hat schon was – selbst in texas
    viele viele tolle erlebnisse wünsch ich dir noch

  2. bonjour mademoiselle caro,
    schön, dass du dich so gut eingelebt hast in texas und dass deine gastfamilie auch etwas mit dir unternimmt… so ein ähnliches erlebnis hatte ich auf meinem italienaustausch, da ist meine gruppe in eine karaokebar gegangen… und es lief tatsächlich teilweise deutsche musik. da wird selbst das grottigste uraltlied zum hit :D
    viel spaß noch,
    michael (:

  3. das ist caro wie sie leibt und lebt würd ich mal sagen :D
    ach mensch, die vorstellung ist aber auch zu genial!!
    schreib nur fleißig weiter an deinem blog, das ist höchst interessant :)
    und mach da drüben fleißig weiter die gegend unsicher, wenn du wieder da bist können wir das wieder zusammen machen :D
    das flieger lied gabs übrigens auch am ball, dancing queen leider nicht, das wollten wir eigentlich dir widmen ;)
    ach ja, ich hab dich lieb
    noch eine wunderschöne zeit, ich vermiss dich du caroline engelmann ;)


    u

  4. upps, das u war nicht beabsichtigt

  5. Pingback: 2010 in review | Caro's dancing round the world

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